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Maibaum

Maibaumaufstellen und Maibaumstehlen

Steht der Stamm stramm - jubeln die Frauen.

Das wohl markanteste Zeichen, das mit dem fünften Monat unseres Kalenders verbunden ist, ist der Maibaum. Den Maibaum der sinnbildlich für die Fruchtbarkeit steht, dürfte es seit ca. 1230 geben. Damals war es die Aufgabe der weltlichen oberen Bürgerschicht einen Baum aufzustellen und zu schmücken. Erst später übernahmen Burschengruppen diesen Brauch, wobei schon damals das Stehlrecht galt!

An den zentralen Plätzen in fast jeder Gemeinde Oberösterreichs wird rund um den 1. Mai der Maibaum, ein 20 bis 40 Meter hoher geschmückter Baum, aufgestellt. Oberhalb des geschälten und entasteten Stammes ist ein grüner Wipfel angebracht und zwei oder drei Kränze aus Reisig, die mit bunten Bändern und Rosen aus Krepppapier geschmückt sind.

Der Maibaum ist ein Lebens- und Fruchtbarkeitssymbol, früher tanzte man Volkstänze um ihn herum. Bei uns in Alberndorf wurde diese Tradition beibehalten. Die Volkstanzgruppe führt nach dem Aufstellen einige Tänze vor. Einer davon ist der

Bandltanz. Dafür werden rote und weiße Bänder am Baum befestigt und von denTänzern im Laufe ihrer Bewegungen kunstvoll gewickelt.

Das Aufstellen findet meist im Rahmen eines Festes statt. Wird der Maibaum „klassisch“ aufgestellt so wird das Aufstellen ohne technische Hilfsmittel durchgeführt, also händisch mit sogenannten „Schwobin“. Außerdem gibt es in einigen Dörfern Oberösterreichs das Maibaum-Kraxeln, hierbei messen sich dienJugendlichen im Klettern am Maibaum.

 

Maibaumstehlen

Wer darf einen Maibaum stehlen? Wann darf er gestohlen werden? Gelten überall die gleichen Regeln?

Maibäume begleiten in vielen Gemeinden das gesellschaftliche Leben und sind Teil von gelebtem Brauchtum in Oberösterreich. Wann, von wem und wie der Baum gestohlen werden darf, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Zum Beispiel darf man in Franking im Innviertel den stehenden Baum gar nicht stehlen. Bei uns jedoch darf der stehende Baum in den ersten drei und den letzten drei Tagen im Monat Mai gestohlen werden. Wichtig zu beachten ist, dass der Maibaum beim Stehlen nicht umgesägt werden darf, sondern nur in seiner ganzen Länge entfernt wird.

Damit der Brauch des Maibaumstehlens nicht verloren geht, wird auch bei uns das Stehlen sehr fleißig zelebriert. Auch seitens der Gemeinde Alberndorf wurden wir bei der Aufrechterhaltung des Brauchs unterstützt: Es gibt nämlich seit dem Jahr 2015 eine eigene Maibaum Lücke für einen gestohlenen Maibaum. Einige Burschen der Landjugend packten an und bauten sich eine Lücke hinter der Gemeinde. Mündlich wurde vereinbart, dass wir - bei Zustimmung der Gemeinde zum Bau der Maibaumlücke - ab sofort jedes Jahr dafür zu sorgen haben, dass die Lücke befüllt wird. Bisher konnten wir uns immer an diese Abmachung halten.